Wandergeselle zu Gast in Wriezen
Es gibt sie noch, die wandernden Handwerksgesellen. Und am Donnerstag, dem 1. Februar 2007, kam einer in der Ausbildungsstätte Wriezen des Berufsförderungswerks e.V. vorbei und nutzte die Gelegenheit, bei den Azubis für die Wanderschaft zu werben.
Der Zimmerer Andrè Heinke (23) folgt dieser alten Tradition schon seit drei Jahren und erkundete dabei ganz Deutschland sowie Teile Tschechiens, der Schweiz und Österreichs. Als Mitglied der Gesellenvereinigung "Fremder Freiheitsschacht" hat er damit die notwendige Mindestzeit von drei Jahren und einem Tag absolviert. Hier in der Region baute Andrè z.B. die Innenausstattung einer Sauna im Eberswalder Wald-Solar-Heim. Doch er möchte noch ein Jahr auf Wanderschaft bleiben und die Handwerkskunst von Süd- und Nordamerika kennen lernen.
Andrè wurde damals in seinem Heimatort Altenburg von anderen Wandersgesellen abgeholt und drei Monate eingeführt. Die Wanderschaft ist nicht mehr Arbeit lediglich für Kost und Logie, sondern eine Beschäftigung auf Lohnsteuerkarte zum gewerkschaftlichen Tariflohn. Das unterwegs verdiente Geld wird nur für Essen, Unterkunft, Reisen, Krankenkasse, Kleidung und persönliche Dinge verwendet.
Der "Fremde Freiheitsschacht"
(www.fremderfreiheitsschacht.de) wurde 1910 von Maurergesellen gegründet,
ist aber längst offen für alle Bauhandwerker. Ihr Ziel ist es, die
alte Tradition der Wanderschaft neu zu beleben. Derzeit werden besonders Maurergesellen
für die Wanderschaft gesucht.