Handlungsorientiertes Lernen in der Maurerausbildung, dargestellt an Beispielen der Projektarbeit.....
...... vorgestellt auf dem 11. Ausbildungstag der Stadt Strausberg am 16. September 2006

Die Ausbildungsstätte Strausberg des ÜAZ Bauwirtschaft Frankfurt (Oder) - Wriezen präsentierte sich den gut 2000 Besuchern des 11. Ausbildungstages der Stadt Strausberg und des Oberstufenzentrums Märkisch-Oderland mit ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Ausbildungsbedingungen.

So hat sich in der beruflichen Ausbildung zum Maurer seit 2003 die Durchführung von Projektarbeit bewährt. Anhand von ausgestellten Projektmappen und der Vorführung von Power- Point- Präsentationen Projekt “Gartenhaus“ und Projekt „Saunalandschaft“ konnten sich Besucher, Eltern und Schüler einen umfangreichen Einblick in den Ausbildungsalltag und in die handwerklichen Tätigkeiten verschaffen.

Das Ziel der Projektarbeit besteht in der Förderung der beruflichen Handlungskompetenz. Dieser Anspruch an die künftigen Facharbeiter in der Bauwirtschaft ergibt sich aus den Veränderungen der Arbeit auf den Baustellen. Die dortigen arbeitsorganisatorischen und technischen Bedingungen werden deshalb voll in die Projekte einbezogen. Wichtig dabei ist es, die Auszubildenden zu befähigen, sich immer wieder neuen Arbeitsaufgaben zu stellen. Sie lernen in einer angemessenen Zeit geforderte Arbeitsergebnisse zu erbringen und über die dafür einzusetzenden Mittel, Materialien, Verfahren anhand von Zeichnungen, Bauunterlagen, Baubesprechungen, zu entscheiden. Die projektorientierte Ausbildung fördert die Selbstorganisation der Ausbildungsgruppen, indem die Mit- und Selbstbestimmung im Arbeitsprozess garantiert und durch Moderation des Ausbildungsteams begleitet wird.

Die Projekte sind sinnvolle, zweckmäßige und realistische Arbeitsprodukte. Sie enthalten ausreichende Lernmöglichkeiten in theoretischer und praktischer Hinsicht. Sie fördern die Motivation aller und schließen den Misserfolg aus. Sie üben im kollegialem Umgang und in Toleranz.
Der hohe Bedarf an Fachkräften in den nächsten zehn Jahren war Schwerpunkt des 11. Ausbildungstages in Strausberg und bestätigt das Erfordernis nach qualifizierter Ausbildung. In der Eröffnungsrede betonte Brandenburgs Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, Dagmar Ziegler, die Jugendlichen müssten begreifen, dass sich in Zukunft für sie angesichts der Bevölkerungsentwicklung immer bessere Chancen ergeben würden. Das bedeute gleichzeitig auch hohe Anforderungen an die Lehrkräfte, um unsere Jugendlichen entsprechend vorzubereiten.

Grundlagen dafür müssen ausbildungsbereite Unternehmen schaffen. Die Überbetrieblichen Ausbildungszentren, die u.a. nach dem Konzept der „sozialpädagogisch orientierten Berufsausbildung“ arbeiten, bieten dafür geschultes Personal, beste sachliche, technische und räumliche Ausstattung.

Leider sind derzeitig 20 bis 30 Prozent der Jugendlichen für eine Ausbildung auf Grund ihrer Lernschwächen und Persönlichkeitsdefizite nicht geeignet. Auch hier bestehen noch umfangreiche Reserven in der Bildungsarbeit zur grundlegenden Verbesserung der Lern- und Leistungsbereitschaft der Schüler, unter Verantwortung der Schulen und in Maßnahmen der Agentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsvorbereitung.

Grundsätzlich zeigten sich die Beteiligten sehr zufrieden mit dem Ausbildungstag. Viele Jugendlichen mit ihren Eltern hätten sich in diesem Jahr offenbar gezielter vorbereitet und an den unterschiedlichen Ständen sachkundig nachgefragt.