Aktionstag der offenen Tür am 03.11.2005 im
ÜAZ Frankfurt (Oder)-Wriezen

„Schluss mit Lärm“ lautet in diesem Jahr das Motto der Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Aus diesem Anlass haben sich Bund, Länder und gesetzliche Unfallversicherung darauf verständigt, eine gemeinsame Informations- und Präventionskampagne zur Vermeidung von Lärmschädigungen zu beginnen.
Die oftmals unterschätzte erhebliche Gefahr für die Gesundheit durch Lärm war deshalb auch der Leitgedanke, im ÜAZ Frankfurt (Oder)-Wriezen gemeinsam mit dem Landesamt für Arbeitsschutz einen Tag der offenen Tür über dieses Thema zu organisieren. Als Partner zu dem Aktionstag konnten die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, der Landesverband Norddeutschland der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Verband Deutscher Gewerbeaufsichtsämter e.V. gewonnen werden.

Eindrucksvoll wurde gerade den über 300 jugendlichen Besuchern demonstriert, dass hohe Lärmpegel vor allem die Ohren unwiederbringlich schädigen. Lärm ist heimtückisch, weil die Gehörschäden unbemerkt und schleichend entstehen. Vermittelt wurde, dass das Gehörschadensrisiko von Intensität und Dauer der Lärmeinwirkung abhängt und die Gesamtbelastung durch Arbeits- und Freizeitlärm entscheidend ist. Das ungeschützte Ohr darf wöchentlich höchstens mit einer Lärmdosis von 40 Stunden bei 85 dB belastet werden. – Hier wurden viele junge Besucher nachdenklich, denn die Lärmpegelmessungen an ihren mitgebrachten Musikabspielgeräten erbrachten bei den selbst gewählten „üblichen“ Lautstärken Schalldruckpegel von 90 –105 dB. Die möglichen anschließenden Gehörtest im Audiometrie-Mobil zeigten dann auch bei einigen schon die traurige Gewissheit eines Gehörschadens. Durch Videopräsentationen wurde die Entstehung des Gehörschadens z.B. bei Musikern und Diskobesuchern dargestellt, denn in Diskotheken werden schon mal deutlich mehr als 115 dB über mehrere Stunden. erreicht.

Lärm ist aber auch gerade bei der Arbeit ein Thema, denn er ist die häufigste Ursache für Berufskrankheiten. Drei Millionen Arbeitnehmer, EU-weit 60 Millionen, arbeiten in zu lauter Umgebung, konnte man erfahren. Mit der neuen EU-Richtlinie „Lärm am Arbeitsplatz“ wird der Grenzwert für Lärmbelastung am Arbeitsplatz deshalb ab Februar 2006 auf die oben bereits genannten 85 Dezibel heruntergesetzt.
Die Brandenburger Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter verwies mit Nachdruck auf diese neue EU-Richtlinie und die sich daraus ergebende Verantwortung der Arbeitgeber zur Einhaltung des Grenzwertes. Um so erfreuter zeigten sich dann die Abgeordnete und die Vertreter des Landesamtes für Arbeitsschutz beim Rundgang durch die Ausbildungsstätte Frankfurt (Oder) über die vorbildlichen Bedingungen zur Einhaltung der Arbeitssicherheit im Allgemeinen und des Lärmschutzes im Besonderen. So konnten sich die Besucher z.B. im Maschinenraum der Zimmererwerkstatt davon überzeugen, dass bei den Unterweisungen zur Tätigkeit an den Holzbearbeitungsmaschinen modernste Kommunikationstechnik eingesetzt wird. Bei laufendem Maschinenbetrieb erfolgen hier die notwendigen Erläuterungen des Ausbilders über Mikrophon zu den Gehörschutzkappen der Lehrlinge.
Das Ziel des Aktionstages, ein Bewusstsein für die vielen Risiken zu schaffen, die durch Lärm am Arbeitsplatz und somit für die Arbeitnehmer entstehen, wurde durch die umfangreichen Demonstrationen und kompetenten Gesprächspartner nach Auffassung der Veranstalter und Organisatoren in hohem Maße erreicht.
Aber auch präventiv gerade junge Menschen zu sensibilisieren, dass das Fundament für einen Gehörschaden bereits im Freizeitbereich durch Hören von zu lauter Musik – unter Kopfhörern, in Diskotheken oder Rockkonzerten beispielsweise – gelegt wird, war Anliegen der Veranstaltung.

Mit diesem themengebundenen Tag der offenen Tür im ÜAZ Frankfurt (Oder)-Wriezen beteiligt sich unser Berufsförderungswerk an der europaweiten Kampagne „Schluss mit Lärm !“.
Lärm kann wirksam eingedämmt werden. Die mit dem Lärm verbundenen gesundheitlichen Risiken können vermieden oder zumindest erheblich gemindert werden. In den Ausbildungsstätten des Berufsförderungswerkes weiß man das und berücksichtigt, dass Lärm die Leistungsfähigkeit mindert und Unfälle verursacht . Deshalb hat der technische Lärmschutz bei der Ausbildung einen hohen Stellenwert.