Märkische Oderzeitung 17.10.2003
173 Baulehrlinge begrüßt

Eröffnung des neuen Ausbildungsjahres im Überbetrieblichen Zentrum / Institute in Frankfurt und Wriezen fusionieren


Im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft wurde am Donnerstag das neue Lehrjahr feierlich eröffnet. Mehr als 370 junge Menschen werden dort ab sofort unterrichtet: 57 betriebliche Lehrlinge aus Bauunternehmen, 116 Azubis aus überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen sowie 200 Teilnehmer berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen. Insgesamt werden derzeit in dem Komplex etwa 1000 junge Brandenburger unterrichtet. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) - er wünschte den neuen Schüler viel Erfolg für ihren weiteren Werdegang - betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Baubranche für die Oderregion. Die Überbetrieblichen Ausbildungszentren Frankfurt und Wriezen werden 2004 zusammengelegt.

Von Ralf Loock „Jungs, was macht ihr denn da?" Mit dieser betont kollegialen Ansprache ging Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns am Donnerstag beim Rundgang durch das Ausbildungszentrum auf die beiden Trockenbauer Stephan Schulz aus Lossow und Oliver Schulz aus Frankfurt zu. Geduldig erklärten die Lehrlinge ihrem Besucher, was sie da gerade machen. Der Auftritt des Ministers kam an: „Der war ganz freundlich und hat sich für unsere Arbeit interessiert, war schon okay", sagte Stephan Schulz.Stolz zeigten Wolfgang Frey, Vorstandsvorsitzender des Berufsförderungswerkes des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburgs - das Werk ist Träger der Ausbildungseinrichtung -, und Zentrumsleiter Volker Anblank ihrem Gast den gewaltigen Komplex in der Straße Erlengrund. Bei dem Rundgang wurden den Besuchern die Fachrichtungen Bauzeichner, Straßenbauer und Trockenbauer vorgestellt.

Besonders stolz waren die Gastgeber auf zwei junge Männer. Der Fliesenleger Alexander Musiol (21) aus Fürstenwalde und der Maurer Steffen Drobig (22) aus Heinersdorf haben beim landesweiten Gesellenwettbewerb als Beste abgeschnitten. „Die beiden Junggesellen, die in unserem Zentrum ausgebildet wurden, fahren jetzt zum Bundesausscheid; dort werden sie uns quasi vertreten", freute sich Volker Anblank.Die „gut ausgestatteten Ausbildungshallen", die modernen Lehrkabinette, das „qualifizierte und engagierte Personal" und auch das „hotelartige Wohnheim" schaffen für die Lehrlinge „optimale Bedingungen für das Erlernen eines Berufes", warb Wolfgang Frey. Das östlichste Ausbildungszentrum Deutschlands verfüge inzwischen auch über gute Kontakte nach Polen, Russland, Tschechien und Lettland.Minister Junghanns war nach der Präsentation ganz angetan von dem Bildungsangebot: „Die Bedingungen hier sind doch wunderbar", lobte er. Er gab den Ausbildern und den Leitern den Ratschlag mit auf den Weg, erst die Interessen und Ziele zu bestimmen und dann die Unterrichtskonzeption zu gestalten. Dass sich nicht nur die Auszubildenden stets auf Veränderungen einstellen müssen, sondern auch das Bildungszentrum selber, berichtete Volker Anblank. Bedingt durch die Krise in der Bauwirtschaft verringere sich die Lehrstellenzahl und in einigen Jahren werde sich die Zahl der Schulabgänger fast halbieren.Auf diese Entwicklung werde sich auch das Berufsförderungswerk der Bauindustrie einstellen, daher werde man zum 1. Januar 2004 die Zentren in Frankfurt und Wriezen zusammenlegen. Neuer Sitz werde die Oderstadt sein, kündigte Volker Anblank an. Eine Veränderung in der Personalstärke sei vorerst nicht geplant, versicherte er. Da der bisherige Zentrumsleiter in Wriezen in den Ruhestand versetzt werde, habe sich die Kräftekonzentration angeboten.



 


So wird's gemacht: Azubi Katja Kampfenkel erklärte Minister Ulrich Junghanns die Technik des Steinesetzens. Sie wird im ersten Lehrjahr zur Steinsetzerin ausgebildet.