Frankfurt (Oder), September
2002
Internationale Lehrlingsprojekte im September
Ende September weilten 5 angehende Hauswirtschafterinnen zu einem Praktikum
in Liberec (Tschechische Republik) und beschäftigten sich mit der Zubereitung
von böhmischen Gerichten. Die Speisen fanden Abnahme bei der Versorgung
der Bewohner des Jugendwohnheimes. Die jungen Frauen waren vom Aufenthalt
gegeistert.
Polnische und tschechische Lehrlinge waren im September Gäste im ÜAZ.
Die künftigen Straßenbauer aus Polen lernten gemeinsam mit deutschen
Altersgefährten die dekorative Gestaltung mit Natursteinpflaster. Bei
der Aneignung der notwendigen Fertigkeiten entstanden die Stadtwappen der
Städte Gorzow und Frankfurt.
Deutsche und polnische Lehrlinge arbeiteten in gemischten Teams. Sprachprobleme
wurden dabei (unabhängig von Dolmetschern) von den Jugendlichen eigenständig
gelöst. Auch in der Freizeit Standen viele gemeinsame Aktivitäten
im Plan.Bedauerlich für dieses Projekt war dabei nur, dass die gelungenen
Ergebnisse des gemeinsamen Übens in der Ausbildungshalle nach Abnahme,
Bewertung und Fotodokumentation wieder verschwanden. Bei der Verabschiedung
der Jugendlichen von der Bau-Berufsschule aus Gorzow versprach man sich gegenseitig
die Fortsetzung dieses Projektes im kommenden Jahr in Polen: die im September
geübten Stadtwappen sollen dann im Stadtbild von Gorzow in gemeinsamer
Arbeit entstehen. Alle beteiligten deutschen Lehrlinge hoffen, dass sie 2003
in Gorzow dabei sein können.
Das Klima unter den jungen Leuten und den Ausbildern/Betreuern war hervorragend.Der
Aufenthalt der polnischen Gruppe wurde durch EU-Mittel gefördert.Zur
gleichen Zeit weilten für zwei Wochen 6 Zimmerer-Lehrlinge aus Liberec
(Tschechien) im ÜAZ. Mit gleichaltrigen deutschen Lehrlingen wurden erstmalig
für beide Gruppen in kleinen Teams Fertigungsunterlagen am PC erstellt
und anschließend am Modell umgesetzt. Diese hohe Herausforderung im
Lernprozeß wurde trotz sehr differenzierter EDV-Vorkenntnisse von allen
mit vielen Anstrengungen erfolgreich gelöst. Ein sehr hohes Engagement
wurde von dem ÜAZ-Ausbilder Andreas Lagansky und dem Betreuer Jaroslav
Grznar gezeigt, um den Aufenthalt zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.
Diskobesuche im polnischen Slubice gehörten wie viele Sportveranstaltungen
zu den allabendlichen Beschäftigungen. Besucht wurde auch die KZ-Gedenkstätte
in Sachsenhausen; hier legten die Jugendlichen ein Blumengebinde nieder.
Der in Frankfurt (Oder) im Modell angefertigte Pavillon wurde dann Anfang
Oktober in einer Kindertagesstätte in Liberec als reales Bauwerk errichtet
und unter Teilnahme der dortigen Öffentlichkeit den Bewohnern übergeben.Das
Gesamtvorhaben ist durch die Robert-Bosch-Stiftung gefördert.Für
die aus den geförderten Ausbildungsmaßnahmen des Arbeitsamtes stammenden
Lehrlinge aller zuvor genannten Berufsgruppen sind dies bleibende Erfahrungen,
die sie mit ausländischen Jugendlichen beim gemeinsamen Lernen und Arbeiten
gesammelt haben.
Für das ÜAZ ist es ein Beitrag für das Zusammenwachsen der
Jugend der europäischen Völker. Solche konkreten Aktivitäten
werden heute von den Ausbildungseinrichtungen seitens des Auftraggebers der
Bildungsmaßnahmen erwartet.