Märkische Oderzeitung 27.03.1998

Eröffnung der Baumesse wurde von kritischen Worten begleitet
Bis zum Sonntag zeigen Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen


Auf dem Messegelände im Stadtteil West wurde gestern die Fachausstellung „Bauen '98" eröffnet. Auf der viertägigen Schau präsentieren sich über 200 Aussteller der Bau-, Sanitär- und Heizungsbranche. Zwei Drittel der Aussteller kommt aus Brandenburg. Dazu gesellen sich Unternehmen aus Polen, der Schweiz und Belgien.
In diesem Jahr startete die Baumesse unter besonders erschwerten Bedingungen, wie der Geschäftsführer der Brandenburg Messe, Adalbert Stenzel, sagte. Das Bonner Wirtschaftsministerium hatte zum Jahresanfang Fördermittel für ostdeutsche Ausstellungen ersatzlos gestrichen. Für Stenzel „ein Zeichen, welche Bedeutung Bonn der Grenzregion beimißt". Bisher waren die Fördermittel (120 000 Mark) für die Subventionierung der Standmieten verwendet worden. Das Land pufferte den Verlust mit 30 000 Mark ab.
Kritische Worte gab es auch von Seiten der Fachgemeinschaft Bau. Hauptgeschäftsführer Wolf Wenkel monierte nicht nur den Rückgang der Aufträge. Nach seiner Ansicht sei auch die schlechte Zahlungsmoral und illegale Beschäftigung Schuld an der Misere der Handwerker. Nach Wenkels Schätzungen arbeiten derzeit rund 30 000 illegale Arbeiter auf Brandenburgs Baustellen. Er forderte von den zuständigen Behörden mehr Kontrollen, vor allem auf den Großbaustellen.
Obwohl der Veranstalter die Aussteller nun nicht mehr so großzügig unterstützen kann, ist das Interesse der Unternehmen an der Messe ungebrochen. „Für die Betriebe ist die Ausstellung eine Investition in die Zukunft", begründete der Präsident der Handwerkskammer, Detlef Karney. Ein Lichtblick für die Branche kam von Frankfurts Oberbürgermeister Wolfgang Pohl. Die Kommune will den mittelständischen Unternehmen mit der Vergabe öffentlicher Aufträge zu neuem Aufschwung verhelfen. Sein Ausblick: Noch in diesem Jahr sollen unter anderem für das Bettenhaus im Klinikum, die Oder-Kaimauer und den Neubau für das Institut für Halbleiterphysik rund 110 Millionen Mark ausgegeben werden. Für die nächsten Jahre kündigte Pohl eine Investitionssumme von 500 Millionen Mark an. Erste Ergebnisse hauseigener Investitionen konnte Geschäftsführer Stenzel bereits zur Messeeröffnung präsentieren. Die Gesellschaft nutzte die Winterpause für Renovierungsarbeiten einer Halle sowie der Konferenzräume. bb


Zu den über 200 Ausstellern gehört auch das Überbetriebliche Ausbildungszentrum. Daniel Tschubel und Daniel Robert (v. I.) stellten den Beruf des Straßenbauers vor.