Eröffnung der Baumesse wurde von kritischen Worten begleitet Bis zum Sonntag
zeigen Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen
Auf dem Messegelände im Stadtteil West wurde gestern die Fachausstellung
„Bauen '98" eröffnet. Auf der viertägigen Schau präsentieren
sich über 200 Aussteller der Bau-, Sanitär- und Heizungsbranche. Zwei
Drittel der Aussteller kommt aus Brandenburg. Dazu gesellen sich Unternehmen
aus Polen, der Schweiz und Belgien.
In diesem Jahr startete die Baumesse unter besonders erschwerten Bedingungen,
wie der Geschäftsführer der Brandenburg Messe, Adalbert Stenzel, sagte.
Das Bonner Wirtschaftsministerium hatte zum Jahresanfang Fördermittel für
ostdeutsche Ausstellungen ersatzlos gestrichen. Für Stenzel „ein
Zeichen, welche Bedeutung Bonn der Grenzregion beimißt". Bisher waren
die Fördermittel (120 000 Mark) für die Subventionierung der Standmieten
verwendet worden. Das Land pufferte den Verlust mit 30 000 Mark ab.
Kritische Worte gab es auch von Seiten der Fachgemeinschaft Bau. Hauptgeschäftsführer
Wolf Wenkel monierte nicht nur den Rückgang der Aufträge. Nach seiner
Ansicht sei auch die schlechte Zahlungsmoral und illegale Beschäftigung
Schuld an der Misere der Handwerker. Nach Wenkels Schätzungen arbeiten
derzeit rund 30 000 illegale Arbeiter auf Brandenburgs Baustellen. Er forderte
von den zuständigen Behörden mehr Kontrollen, vor allem auf den Großbaustellen.
Obwohl der Veranstalter die Aussteller nun nicht mehr so großzügig
unterstützen kann, ist das Interesse der Unternehmen an der Messe ungebrochen.
„Für die Betriebe ist die Ausstellung eine Investition in die Zukunft",
begründete der Präsident der Handwerkskammer, Detlef Karney. Ein Lichtblick
für die Branche kam von Frankfurts Oberbürgermeister Wolfgang Pohl.
Die Kommune will den mittelständischen Unternehmen mit der Vergabe öffentlicher
Aufträge zu neuem Aufschwung verhelfen. Sein Ausblick: Noch in diesem Jahr
sollen unter anderem für das Bettenhaus im Klinikum, die Oder-Kaimauer
und den Neubau für das Institut für Halbleiterphysik rund 110 Millionen
Mark ausgegeben werden. Für die nächsten Jahre kündigte Pohl
eine Investitionssumme von 500 Millionen Mark an. Erste Ergebnisse hauseigener
Investitionen konnte Geschäftsführer Stenzel bereits zur Messeeröffnung
präsentieren. Die Gesellschaft nutzte die Winterpause für Renovierungsarbeiten
einer Halle sowie der Konferenzräume. bb
Zu den über 200 Ausstellern gehört auch das Überbetriebliche
Ausbildungszentrum. Daniel Tschubel und Daniel Robert (v. I.) stellten den Beruf
des Straßenbauers vor.