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Tiere bekommen neues Heim in Cottbus Das Baumaterial« Gespendet. Wie viel das Haus kostet» Kann man nicht genau sagen. So antwortet Tierparkdirektor Jens Kämmerling, wenn man ihn nach den finanziellen Eckdaten des neuen Tapirhauses fragt, das zwischen Elefantenhaus und Raubtierhaus entsteht. Vor wenigen Tagen feierten die Bauarbeiter das Richtfest, «der Rohbau wurde jetzt fertig» , im Winter geht es weiter mit dem Innenausbau. «Das Dach wollen wir noch vorher fertig stellen» , sagt Kämmerling, «die Tiere kommen natürlich erst hinein, wenn das Gebäude komplett ist.» Wann das genau passiert, weiß er jetzt noch nicht – auch dies hängt davon ab, wie stark sich die Sponsoren in Zukunft am Bau des Hauses beteiligen. «Eines kann ich jedoch sagen: Es geht schneller voran, als wir alle dachten.» Am Projekt beteiligen sich außerdem das Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen und die Cottbuser Arbeitsagentur. Ralph Atrott vom Kompetenzzentrum erklärt: «Zwölf junge Leute werden hier praxisnah für die Bauwirtschaft fortgebildet und qualifiziert. Es gibt noch viel zu tun.» 40 bis 50 Tapire gibt es derzeit nach Schätzungen des Tierpark-Chefs in europäischen Zoos. Zwei davon sollen voraussichtlich in Cottbus unterkommen, damit die Mitarbeiter eine Zucht aufbauen können. «Im neuen Haus haben die Besucher die Gelegenheit, seine Bewohner auch im Winter, bei schlechtem Wetter oder am Abend zu betrachten.» So entstehen neben dem großen Tierraum mit Badewanne für die Tapire weitere Absperrbereiche und Pflegeräume im Hintergrund. «Halbschattige Außenanlagen werden das Haus komplettieren.» Die Tapire sind nach Kämmerlings Auskunft auch eine Herausforderung für die Mitarbeiter des Cottbuser Tierparks: Alle Tapirarten seien wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes und zahlreicher Jagden selten geworden, manche bereits vom Aussterben bedroht, «deshalb kommt der Haltung und Zucht in Tiergärten eine große Bedeutung zu» . Die Tapire, bis zu 300 Kilogramm schwer, gehören zu den ältesten Säugetieren der Welt – sie entstanden noch in der Zeit, bevor es die ersten Menschen gab. «Es war eine bewusste Entscheidung, diese Tiere nach Cottbus zu holen. Denn aus dieser urtümlichen Säugetiergruppe haben wir in Cottbus bislang gar keine Vertreter.» Auf das neue Zuhause für die künftigen Bewohner freut sich der Tierpark-Chef sichtlich. «Es handelt sich hier nicht um eine zusammengeschusterte Bude» , stellt er klar. Und Ralph Atrott vom Kompetennzentrum für Nachhaltiges Bauen pflichtet ihm bei: «Das Bauen an diesem Ort bereitet Freude.» Lausitzer Rundschau vom 11.August 2004 |



