„Der Prignitzer“ vom 29.09.2006

Nun Geselle bzw. Facharbeiter
Feierliche Zeugnisübergabe in Überbetrieblicher Ausbildungsstätte

Perleberg (Von Doris Ritzka) • In der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte (ÜAS) erhielten 22 Junggesellen und Facharbeiter feierlich ihre Zeugnisse. Lehrjahre sind keine Herrenjahre bzw. es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Der Volksmund kennt manche Weisheiten, die umschreiben, was ein Lehrling meistern muss, bevor er sich Facharbeiter oder gar Geselle nennen darf. Madelaine Kleiber weiß es aus eigenem Erleben. Sie bekam jetzt feierlich ihren Gesellenbrief als Maler und Lackierer überreicht. Drei Jahre Ausbildung in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Perleberg liegen hinter der Wittstockerin, drei Jahre, die insgesamt „viel Spaß gemacht haben“, auch wenn es eigentlich nicht Madelaines Traumberuf war. Doch dann reizte sie die Aussicht, auf der Strecke vielleicht weiter zu machen, „so in Richtung Restauratorin, Architektur oder dergleichen“. Viel habe sie in den drei Jahren gelernt und was Farbtechniken angehe, „da macht uns so schnell niemand etwas vor“, ist sie sich sicher.
Mit der Wittstockerin erhielten weitere neun Maler/Lackierer ihren Gesellenbrief und neun Ausbaufacharbeiter ihren Abschluss wie auch drei Hochbaufacharbeiter. „Es war schon ein guter Jahrgang“, bescheinigt ihnen Ausbildungsstättenleiter Hartmut Martin. Von 32 zur Prüfung zugelassenen Azubis haben 22 diese im ersten Anlauf geschafft. Für ein super Ergebnis sorgten die Maler und Lackierer und die Ausbaufacharbeiter, so Heike Schulz, Stützlehrerin und verantwortlich für den Benachteiligtenbereich. Denn im Rahmen dieser Förderung über die Arge haben Madelaine und die anderen ihre Berufsausbildung absolviert.
A = x+y+z: auf diese kurze Formel brachte Heike Schulz die Jahre der Ausbildung, die mit x, y und z mit vielen Unbekannten begann und schließlich mit a – wie Erfolg – endete.
Derzeit erlernen 75 Azubis über das Benachteiligtenprogramm in der ÜAS einen Beruf. Eingestiegen ist die Ausbildungsstätte auch wieder in die Qualifizierung, berichtet Hartmut Martin. Gemeinsam mit der Bildungsgesellschaft Pritzwalk und dem BBZ habe man ein Netzwerk gebildet. So werden ab dem 15. Oktober jeweils 15 junge Leute, die ihre Lehre abgebrochen haben, in neun Monaten an die Ausbildungsreife herangeführt bzw. für den Arbeitsmarkt fit gemacht – in Perleberg in der Fachrichtung Bautechnik, sprich Fliesen-, Trocken- und Mauerwerksbau sowie Putzen, in Pritzwalk im Hotel- und Gaststättenwesen. Der Bereich Holz/Metall wird vom BBZ abgedeckt. „Wir haben gute Erfahrungen im vergangenen Jahr gemacht. Von den 11 Teilnehmern konnten sieben die Ausbildungsfähigkeit bescheinigt werden“, so Hartmut Martin.