Botschafter der Arabischen Republik Ägypten zu Besuch in der Ausbildungsstätte Friesack
S.E. Mohamed Al-Orabi gab sich am 13.09.06 in der Ausbildungsstätte
Friesack die Ehre. Mit viel Freude und Engagement von Seiten der Mitarbeiter
wurde dieser Besuch als ein Höhepunkt im Ausbildungsgeschehen vorbereitet.
Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Präsentation der Ausbildungsinhalte
und Lehrgangsangebote aus den Bereichen Tiefbau - Rohrleitungsbau / Straßenbau
/ Brunnen- und Spezialtiefbau - sowie Straßenunterhaltung (Straßenwärter)
und Baugeräteführer.
Um kurz vor 10 Uhr konnten die Vertreter des Berufsförderungswerkes,
angeführt durch den Geschäftsführer Herrn Frank Buckram, Seine
Exzellenz begrüßen. In der Begrüßungs- und Vorstellungsrunde
waren ebenfalls der Stellvertretende Landrat des Landkreises Havelland Herr
Roger Lewandowski sowie der Amtsdirektor des Amtes Friesack Herr Fritz Beckmann
präsent.
Bevor Herr Buckram mit der Vorstellung der Ausbildungsstätte in Zahlen
und Fakten so richtig zum Zuge kam, platzte Herr Al-Orabi förmlich mit
seinen Problemen und Vorstellungen für eine weitere Zusammenarbeit heraus.
Man hatte den Eindruck, dass ihm die Sorgen und Nöte wegen des Eisenbahnverkehrs
in Ägypten und der Zugunglücke in letzter Zeit auf der Zunge brannten,
so dass große Teile des informellen Gesprächs, was für den
Nachmittag vorgesehen war, vorweggenommen wurden. Auf dem sich anschließenden
Rundgang, der ca. 1,5 Stunden in Anspruch nahm, zeigte sich der Botschafter
sehr interessiert an der Technik, die in der Ausbildung Verwendung findet.
Mit viel Enthusiasmus erklärten und zeigten die Ausbilder Herr Lilienthal
und Herr Schleue bei den Baugeräteführern, Herr Heese und Herr Keck
im Rohrleitungsbau, Herr Schneider bei den Straßenwärtern, Herr
Beuchel im Straßenbau sowie Herr Wenzke im Brunnen- und Spezialtiefbau
in der Vietznitzer Straße Inhalte der Ausbildung. Die Auszubildenden
führten begeistert die Technik vor und benahmen sich ausnahmslos vorbildlich.
Weil Herr Wenzke seine Erläuterungen in englischer Sprache ausführte,
konnte sich unser BFW-Dolmetscher Herr Rainhard Behnke etwas verschnaufen.
Er hatte doch ganz schön zu tun, die z.T. schnell gesprochenen Erklärungen
der Ausbilder fachlich korrekt und trotzdem für den Botschafter, der
ja nun einmal nicht aus dem Baufach ist, anschaulich und verständlich
zu übersetzen.
Nach dem Rundgang wurden bei einem Imbiss Möglichkeiten der weiteren
Zusammenarbeit konkretisiert. Frau Maria-Ilona Kiefel, die u.a. im Auftrag
des BFW die Kontakte zu Politikern, Unternehmern und Führungskräften
im In- und Ausland herstellt und pflegt, informierte über den Stand der
Vorbereitung zur Installierung eines beruflichen Trainingszentrums in Ägypten
mit deutscher Unterstützung sowohl durch Fachkräfte als auch Know-how.
Herr Al-Orabi verdeutlichte noch einmal die Probleme des Eisenbahnverkehrs
und sagte zu, der Einladung in die Ausbildungsstätte nach Cottbus im
November 2006 zu folgen.
Sowohl der Botschafter S.E. Mohamed Al-Orabi als auch unser Geschäftsführer
Herr Buckram waren voll des Lobes ob der guten Vorbereitung, Organisation
und Durchführung dieses Besuches. Dies belegt auch die Eintragung Seiner
Exzellenz in das Gästebuch des ÜAZ Brandenburg/H. – Friesack
mit den Worten „Glück auf“. Diese Redewendung wird noch heute
als Gruß im Brunnen- und Spezialtiefbau benutzt und hat wie dieser seinen
Ursprung im Bergbau.
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MAZ/Der Havelländer vom 14.09.2006
Grünes Licht für Projekt „Glück Auf“
Ägyptischer
Botschafter war gestern zu Gast im ÜAZ in Friesack
Norbert Stein
Friesack • Erfahrungen der Ausbildungsstätte Friesack des Überbetrieblichen
Ausbildungszentrums Brandenburg/Havel-Friesack (ÜAZ) könnten sich
sehr bald schon in der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen in der Baubranche
in Ägypten niederschlagen.
Vor zwei Jahren bekundete der Staat am Nil sein Interesse, deutsches Know-how
im Bereich der Bauwirtschaft nutzen zu wollen. Seit dieser zeit gibt es gegenseitige
Gespräche und Besuche von Experten. So weilten im vergangenen Jahr Manager
der Baubranche aus Ägypten in Friesack. Gestern besuchte der ägyptische
Botschafter in Deutschland Mohamed Al-Orabi das ÜAZ. Es war bei weitem
mehr als ein Höflichkeitsbesuch. Das ÜAZ Brandenburg/Havel-Friesack
ist eines von insgesamt drei Einrichtungen der Berufsförderwerkes im
Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg. Den Standort Frankfurt (Oder) hatte
sich der Botschafter schon im vergangenen Jahr angesehen.
Die Friesacker setzten gestern anscheinend das I-Tüpfelchen. „Ich
bin jetzt zu der Überzeugung gekommen, dass wir das Projekt in die Tat
umsetzen sollten. Und wir sollten es schnell anpacken“, sagte der Botschafter
nach einem Rundgang durch die Ausbildungsstätten der Spezialtiefbauer,
der Baugerätefahrer und der Brunnenbauer. Das Projekt solle „Glück
auf“ heißen, meinte der Botschafter weiter. Dieser Spruch sei
ihm bei seinem Rundgang aufgefallen und er erscheine ihm passend für
das gemeinsame Vorhaben.
An welchen konkreten Aus- und Weiterbildungen und anderen Angeboten die ägyptische
Seite Interesse hat und wo sich mit dem Berufsförderwerk eine Zusammenarbeit
ergeben könnte, machte der Botschafter in einem Gespräch klar. Demnach
seien vor allem die Erneuerung des ägyptischen Eisenbahnnetzes und die
dabei zum Einsatz kommende elektronische Sicherheitstechnik sowie deren Handhabung,
die Ausbildung im Straßenwesen und im Bereich Technik „betroffen“.
Sogar der Aufbau eines Ausbildungszentrums für das Bauwesen in Ägypten
nach dem Friesacker Beispiel ist im Gespräch. Im Beisein von Vize-Landrat
Roger Lewandowski und Friesacks Amtsdirektor Fritz Beckmann hatte zuvor der
Geschäftsführer des Berufsförderwerkes Frank Buckram, den Friesacker
Bildungsstandort vorgestellt. Dass hier im ÜAZ allein im Bauwesen derzeitig
rund 600 Jugendliche einen Beruf lernen, interessierte den Botschafter besonders,
weil er aus einem Land mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs
von einer Million Menschen kommt.
Zu Abschluss des Besuchs sagte der Botschafter zu,
im November in Cottbus die dritte Ausbildungsstätte des Berufsförderwerkes
zu besuchen. Bis dahin soll das Projekt „Glück auf“ schon
klare Konturen haben.




