Der „Prignitzer“ vom 12.01.2006

Böhmische Kappe ist reine Handarbeit
ÜAS Reetzer Straße unterstützt Azubis vom OSZ Wittenberge

Perleberg Wissen Sie, was eine böhmische Kappe ist? Nein, das ist keine Kopfbedeckung, sondern eine Gewölbeart, beheimatet im böhmisch-österreichischen Raum, die sich von hier aus auch auf andere Länder ausbreitete, erzählt Gina Andres.
Die 20-jährige gehört zu den 20 Azubis, die am OSZ Wittenberge den Abschluss als staatlich geprüfter Denkmaltechnischer Assistent erreichen wollen. Seit Dienstag bis einschließlich heute lernen sie in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte ÜAS des Berufsförderungswerks Reetzer Straße, diese Kappe zu mauern. Die Wittenbergerin möchte den Berufsabschluss als Grundlage für ein weiteres Studium nehmen. Bauingenieurwesen oder Kunstgeschichte schwebt ihr da vor.
Bestandteil der zweijährigen vor allem theoretischen Ausbildung sind neben einem zehnwöchigen Praktikum in den Ferien auch fünf Wochen Praktikumsarbeiten am OSZ. Da aber zu besagter Kappenmauerung die räumlichen Bedingungen in Perleberg optimaler sind und hier mit Jörg Bludßus auch ein Restaurator als Ausbilder tätig ist, -gibt die ÜAS-Ausbildungsstätte unkompliziert Hilfestellung. ,,Diese Gewölbeart wurde früher viel in landwirtschaftlichen Nutzgebäuden verwendet, um die Räume optimal zu nutzen. Sie zu bauen ist nicht ganz einfach, denn sie wird frei von Hand gewölbt“, erläutert Jörg Bludßus.
Er ist recht zufrieden mit seinen Drei-Tages-Schützlingen. ,,Es macht ihnen Spaß der Fleiß ist da und dafür, dass sie im Vergleich zu Maurerlehrlingen mit relativ wenig praktischen Vorkenntnissen ausgestattet sind, machen sie ihre Sache sehr gut“,
so der Ausbilder. - M. D.


Ausbilder Jörg Bludßus zeigt Marcus Duskat die Kunst des Mauerns einer böhmischen Kappe. Das Gewölbe wird frei von Hand geformt die Holzkonstruktion dient den Gastazubis aus Wittenberge nur als Orientierung.
ICA-PRI