„Der Westhavelländer“ vom 03.04.2006

Roland Kamenz

Erste Wahl

Nicht jeder Jugendliche weiß auf Anhieb, was er mal werden will. Dass der Traumjob schon in jungen Jahren feststeht, ist eher die Ausnahme als die Regel. Und außerdem kann ohnehin nicht jeder Model oder Pilot werden. Also muss Jugend suchen und Forschen, was die eigene Zukunft angeht. Der mittlerweile fünfte Berufemarkt in Rathenow war am Samstag somit für die suchenden Jugendlichen wieder allererste Adresse.
Sich für einen Beruf zu entscheiden, ist in den heutigen sehr schnelllebigen Zeiten zwar nicht gleich eine Lebensentscheidung. Wenn die Großeltern früher ihren Beruf lernten und diesen in der Regel bis zur Rente ausübten, dann werden schon bald mehrere Berufe in einem Arbeitsleben nicht unüblich sein. Dennoch wird aber die erste Wahl eines Berufes immer eine sehr wichtige bleiben. Die erste Berufswahl bedeutet nicht nur den Einstieg in das Erwerbsleben, sondern ist auch die Zeit, in der ein junger Mensch sein Verhältnis zum Sinn von Arbeit bestimmt.
Für die wichtige erste Berufswahl ist somit der Berufemarkt in Rathenow wirklich allererste Wahl. Sich vorab gut über einen angestrebten Job zu informieren, beugt späteren Enttäuschungen mit Sicherheit vor.



„Märkische Allgemeine“ vom 03.04.2006

Infos für die Zukunft
IHK und Wirtschaftsjunioren veranstalteten gemeinsam einen Berufemarkt

Rathenow · Das Interesse war wieder groß. So kamen schon um 10 Uhr zur Eröffnung viele Besucher. Insbesondere Jugendliche nutzten die Gelegenheit, sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und somit ihren Blick für die eigene Zukunft zu schärfen. Bereits zum fünften Mal veranstalteten am Samstag in der Aula der Weinbergschule die Industrie- und Handelskammer Potsdam und die Wirtschaftsjunioren Havelland einen gemeinsamen Berufemarkt. Unternehmen und Verwaltungen aus der Region und Institutionen informierten über 70 Ausbildungsberufe sowie zu Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Damit hatte sich das Informationsangebot gegenüber dem Vorjahr um 15 Ausbildungsberufe erhöht. „Eine sehr gute Entwicklung“, hob Wilfried Meier zur Eröffnung hervor. Besonders Mädchen und Jungen aus den 9. Klassen sollten das gute Angebot nutzen, um sich über die Möglichkeiten und Inhalte der jeweiligen Ausbildungen zu informieren, unterstrich der Mann von der Industrie- und Handelskammer. Eine Notwendigkeit, die auch aus Sicht des PDS-Landtagsabgeordneten Christian Görke gegeben ist. Im Land Brandenburg, so Görke, würden heute immerhin neun Prozent der Jugendlichen ihre Erstausbildung abbrechen. Zudem verwies er darauf, dass bereits im Jahr 2010 in Brandenburg nach heutigen Schätzungen 100 000 Fachkräfte fehlen werden.
Thomas Kretzschmar, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Havelland, zeigte sich zufrieden, dass sich der Berufemarkt im Havelland so gut entwickelt und eine immer breitere Resonanz findet. Aus diesem Grund regte Rathenows stellvertretender Bürgermeister Norbert Heise an, den Berufemarkt im kommenden Jahr ins Kulturzentrum zu verlegen. Die Stadtverwaltung war genau wie der Landkreis Havelland am Samstag auch mit einem eigenen Stand vertreten. Im Foyer der Aula präsentierten sich gemeinsam der Wirtschaftsverein Milower Land und der Verein „Unternehmer für Rathenow“.

Herzhaft, süß und köstlich wurden die Besucher am Stand der Gewerblichen Aus- und Weiterbildungs GmbH (GAW) empfangen. Die beiden Koch-Azubis aus dem 3. Lehrjahr, Enrico Dahlenberg und Alexej Grun luden ihre Besucher zu Windbeutel-Verkostung ein. Ihre Windebeutel mit Schlagsahne gefüllt präsentierten sie in Schwanenform. Gleich nebenan lud Sven Fabian, Teilezurichter im 1. Lehrjahr, die Besucher zum Wissenstest ein.
Einen Test, den jeder Jugendliche mitmachen muss, der bei GAW einen Beruf erlernen möchte. „Es kommt auf logisches Denken und Allgemeinwissen an“, meinte der Azubi am Infostand. Am Stand vom IKW präsentierten zukünftige Frisörrinnen modische Frühlingsfrisuren. „Kühle Köpfe für einen heißen Job“, ist ein Infoblatt für Berufe der Polizei überschrieben. Infos zu Berufsmöglichkeiten bei der Polizei erhielten die Besucher am Samstag am Polizeistand auch von Ingolf Penzold. Das ÜAZ Friesack/Brandenburg informierte gleich zu 15 Ausbildungsberufen. Vertreten war auch die Optikbranche. Ein vielfältiger Mix an Ausbildungsmöglichkeiten wurde aber auch deutlich durch die Teilnahme weiterer Unternehmen, wie die MBS, dem Land- und Golfhotel Semlin, oder aber auch der Heidelberger Druckmaschinen AG. Das ILZ Havelland informierte über Förder- und Beratungsmöglichkeiten.
ns