Märkische Allgemeine / Der Havelländer vom 13.04.2006
Mit Glücksschwein überrascht
Bundestagsabgeordnete im ÜAZ Friesack
Anne Brockmann
Friesack · „Elsker hilsen for de paskefest“, murmelte die Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner (SPD). „Liebe Grüße zum Osterfest“, übersetzte Franz Thönnes, der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (SPD), prompt. Aber wen wundert´s? Schließlich übt der 51-Jährige ehrenamtlich auch die Funktion des Bundesvorsitzenden der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft aus. Am Dienstag waren er, Angelika Krüger-Leißner nebst dem Bundestagsabgeordneten Ernst Bahr (SPD) im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum (ÜAZ) in Friesack zu Gast. Sie besichtigten die Einrichtung und ließen nichts aus, mit den Auszubildenden und deren Lehrmeistern ins Gespräch zu kommen.
Die guten Wünsche für die bevorstehenden Feiertage prangten auf hölzernen Frühstücksbrettern, die in der Form eines Glücksschweinchens gehalten waren – ein Geschenk, das die Politiker während ihres Rundgangs durch das 10 000 Quadratmeter umfassende Gelände von einer Zimmererklasse erhielten. Mit großem Interesse verfolgten sie dabei auch einzelne Arbeitsschritte der verschiedenen Berufe und informierten sich über die Funktionsweise technischer Hilfsmittel wie einem Kanalbau-Laser.
In einer anschließenden Diskussionsrunde öffneten
die Abgeordneten ihre Ohren dann den Sorgen und Problemen der Einrichtung.
Frank Buckram, Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes,
nutzte die Gelegenheit, um für länger andauernde Praktika während
der Klassen sieben bis zehn zu plädieren. Der Übergang von der Schule
zur Ausbildung stelle für die Jugendlichen schließlich eine der
größten Schwierigkeiten dar.
„Meine Kollegen erleben fast täglich, dass es den Lehrlingen schwer
fällt, theoretisch Erlerntes in die Praxis umzusetzen. Aus der Sicht
eines Betriebes ist es daher nachvollziehbar, keine Ausbildungsverträge
abzuschließen.“

Ebenfalls
im Fokus standen am Dienstag die Beziehungen der Auszubildenden des ÜAZ
zu denen anderer Länder, insbesondere Norwegen. Weil Franz Thönnes
wusste, dass die Einrichtung bereits seit Jahren Kontakt zu Ausbildungsstätten
in Skandinavien pflegt, stellte er den Verantwortlichen zwei Projekte vor,
für die er auf rege Beteiligung hofft.