Nachwuchs für Bauwirtschaft
Ausbildungsstätte in Werder erweitert /130 junge Leute nutzen Chance
REGINE GREINER


WERDER · Während gegenwärtig Bauleute am Bahnhof von Werder das neue Parkhaus errichten, üben im Denkmal in der Nachbarschaft Maurer, Betonbauer und Zimmerer von morgen. Seit drei Jahren führt das Berufsförderungswerk e.V. Berlin-Brandenburg in Werder eine Ausbildungsstätte der Bauwirtschaft und gibt jungen Leuten und Förderschülern eine Berufschance. Für die meisten ist es die letzte Chance, mit Unterstützung des Vereins und Förderung von Bund und Land einen Beruf zu erlernen und sich bestenfalls anschließend im Job zu beweisen.

Wo einst in der Vulkanfiberfabrik 300 Frauen und Männer für 30 Länder der Welt produzierten, werden inzwischen 128 junge Männer und zwei Frauen aus der Region, einige in der Gruppe mit Lernbehinderung, in verschiedenen Bauberufen ausgebildet. Auf mehreren hundert Quadratmetern sind über 150 Werkstatt- und Unterrichtsplätze entstanden.



Um 30 Lehrlingsstellen konnte in den vergangenen drei Jahren das Angebot für junge Leute ausgebaut werden. Neu hinzugekommen ist die Ausbildung zum Hochbaufachwerker, Maler und Industrietischler sowie im Garten- und Landschaftsbau. Die Azubis werden von 23 Ausbildern und Sozialpädagogen betreut. ,,Unser Verein ist immer bemüht, den Lehrlingen auch betriebliche Ausbildungsplätze zu ermöglichen, aber die Angebote werden immer geringer, weil es vielen Unternehmen alles andere als gut geht“, sagt Matthias Gedicke, Leiter der Ausbildungsstätte. ,,Dabei werden für die Zukunft auch in der Baubranche Fachleute gebraucht.“ Dies haben offensichtlich Unternehmen wie die Beelitzer Bau GmbH, die Märkischen Bauunion Potsdam, der Malerbetrieb Jaretzki in Stücken und der Filmpark Babelsberg erkannt, die Azubis des Berufsförderungswerkes in Werder Praktikumsplätze bieten oder sogar nach der erfolgreichen Ausbildung übernehmen. Der Verein in Werder wiederum stellt Praktikumsplätze für die Förderschule in Werder zur Verfügung, damit die Schüler Bauberufe kennenlernen und testen können, welches Handwerk ihnen liegt.

Gedicke und sein Team freuen sich, dass in den vergangenen drei Jahren die meisten jungen Männer ihre Chance genutzt haben. Denn nach dem erfolgreichen Abschluss haben die Azubis einen IHK-Abschluss in der Tasche. Viele sind mit ihren Aufgaben gewachsen, einige konnten Lob und Anerkennung empfangen und haben einen festen Job bekommen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern hat sich laut Gedicke weiter verbessert. Tage der offenen Tür wurden organisiert und von vielen Eltern gern wahr genommen.
Märkische Allgemeine Zeitung – 19.05.2005

Auch Maurerlehrling Ronny Knuth hat sich nach der Ausbildung in Werder viel vorgenommen