Der Havelländer 04.05.2005

Auch der Straßenbauer muss mauern können

Gestern gemeinsamer Tag der offenen Tür des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums und des Oberstufenzentrums in Friesack

Norbert Stein
FRIESACK „Es hat uns ganz prima gefallen. Alles ist sehr ordentlich hier“. Mit diesen Worten verabschieden sich Roswitha und Arno Thorsel am Ausgang des ÜAZ von Ausbildern und Azubis. Das Rentnerehepaar aus Berlin war gestern nach Friesack gereist, um ihren Enkel bei seiner Lehre in der Ausbildungsstätte Friesack des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums Friesack-Brandenburg/Havel (ÜAZ) über die Schulter zu schauen. Gemeinsam mit dem Oberstufenzentrum Havelland (OSZ) hatte das ÜAZ zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Vor allem Jugendliche kamen, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten und den theoretischen Unterricht zu informieren. In den Friesacker Werkstatthallen des ÜAZ werden gegenwärtig rund 700 Jugendliche in mehr als 20 Berufen ausgebildet. So gab es gestern eine ganze Menge zu sehen. Azubis und Ausbilder beantworteten Fragen und gaben Auskunft über ihren Alltag.

700 Jugendliche in den Hallen
„Weil die Zukunftschancen recht gut sind und es ein interessanter Beruf ist“, meinten Dirk Sperling und Thorsten Krenz auf die Frage, warum sie sich für eine Ausbildung zum Straßenbauer entschieden haben. Die beiden Jugendlichen gehören zu 33 Azubis, die im ersten Lehrjahr diesen Beruf erlernen. Erstes Lehrjahr bedeutet für sie Grundausbildung in allen Gewerken. So schwangen sie gestern auch die Maurerkelle. Dirk und Thorsten mauerten am Vormittag einen Wandausschnitt mit Fensteröffnung.

Die Rohrleitungslehrlinge aus dem zweiten Lehrjahr waren auf dem Außengelände im Gange. Sie zeigten den Besuchern, wie eine Durchörterung zum Verlegen von Leitungen gemacht wird.

In einer der Nachbarhallen haben die Tischler „ihr Reich“. Benjamin Püschel aus Barnewitz und Christoph Ambrotzek aus Zootzen-Damm (beide erstes Lehrjahr), waren mit dem Herstellen eines Prismenbandes befasst. Ein solches Band verwendet man zum Beispiel zum Verzieren von Carports, erläuterten sie. Die künftigen Tischler zeigten auch eine kleine Ausstellung, in der von ihnen angefertigte Flaschenregale, Kerzenständer und Spielzeug zu sehen waren.

Pflasterarbeiten, eine Technikausstellung und vieles mehr gab es außerdem beim Tag der offenen Tür zu sehen. Martin Brack, Leiter des ÜAZ, verwies auf eine große Wiese. „Hier haben die künftigen Baumaschinenfahrer sehr gute Möglichkeiten, mit der ihnen anvertrauten Technik zu trainieren.“

Auch die Agentur für Arbeit Neuruppin nutzte den gestrigen Tag in Friesack, um über Ausbildungsberufe und -chancen in der Baubranche und ausbildungsbegleitende Hilfen zu informieren.



Gestern gemeinsamer Tag der offenen Tür des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums und des Oberstufenzentrums in Friesack