Erstmalig angehende Baufachleute aus Koszalin im ÜAZ
Vom 03. bis 23. Oktober 2010 absolvierten 2 Gruppen der Zespol Szkol Nr. 7 Koszalin (Polen) ein berufliches Praktikum im ÜAZ Bauwirtschaft in Frankfurt (Oder). Dieses exzellent von der Projektkoordinatorin Frau Anna Luciuk vorbereitete Projekt mit dem Titel „Wir lernen neue Bautechnologien kennen und nutzen die Erfahrungen von der EU“ wird in 2011 und 2012 mit anderen Auszubildenden der polnischen Berufsbildungseinrichtung im BFW fortgesetzt. Insgesamt erwartet das ÜAZ in Frankfurt (Oder) 80 angehende Baufachleute.
Zehn zuküntige Facharbeiter für Innenausbau trainierten das Fliesen im Dickbett- und Dünnbettverfahren mit dem Ziel der exakten Arbeitsausführung in Bädern. Das fachgerechte und auch dekorative Gestalten von Bädern, insbesondere das Fliesen von Duschen und Badewannen, bildete den Inhalt dieses dreiwöchigen Kurses.
Zur gleichen Zeit übten 10 angehende Bautechniker Zier- und Verblendmauerwerk, Öffnungsüberdeckungen und Gewölbebau.
Für diese Gruppe konnte auch eine Fachexkursion zur Firma GOLEM in Sieversdorf organisiert werden. In diesem Spezialbetrieb werden Ziegel insbesondere für die Restaurierung und Denkmalpflege hergestellt.
Die o.g. Kurse hatte die Schule Anfang 2009 im BFW gebucht und sich mit diesen und weiteren 6 Kursen bei der Nationalen Agentur für Projekte aus dem EU-Programm Leonardo da Vinci in Warschau beworben und im Frühsommer den Zuschlag für eine Förderung erhalten.
20 Schüler hatten sich im Bewerbungs- und Auswahlverfahren der Schule durchgesetzt und reisten Interkulturell und sprachlich vorbereitet am Vormittag des 03.10.10 im ÜAZ an.
Die von den Ausbildern des ÜAZ erarbeiten Fachprogramme wurden von allen Jugendlichen mit Interesse, Disziplin und Eifer umgesetzt. Dies konnten Rüdiger Lichtenheldt und Frank Kranz in der Mauererwerkstatt ebenso bestätigen (siehe MOZ vom 23.10.2010) wie Fliesenlegermeister Klaus Putzke. Letzterer hatte für beide Gruppen ein eintägiges Spezialseminar über den Umgang mit Feuchtigkeit in Gebäuden in Polnisch vermittelt. Die Firmen PCI und BASF-Polska gaben hier Unterstützung. Auch die Firma WEDI erläuterte im Fliesenkurs den Einsatz ihrer Produkte.
Die polnische Schule hatte für den Aufenthalt ihrer Jugendlichen in Frankfurt (Oder) finanzielle Mittel bereitgestellt, die ein interessantes und anspruchsvolles Freizeitprogramm ermöglichte.
Zbigniew Stal, Mitarbeiter im Bereich Auslandsdienst des BFW, konnte mit den beiden engagierten polnischen Betreuern der Gruppen Ausflüge nach Berlin und in die Umgebung planen und durchführen. Die Projektteilnehmer lernten neben der Gaststadt auch die polnische Partnerstadt Slubice kennen. Sie informierten sich bei der Märkischen Oderzeitung über die Herstellung und den Druck dieser Tageszeitung. Partiell konnten sie dem Training von Leistungssportlern im Sport-leistungszentrum Frankfurt (Oder) beiwohnen. Bei einer Tagesexkursion nach Berlin stand auch eine Führung im Bundestag auf dem Programm. Schwimmen und Discobesuchen durften nicht fehlen. Höhepunkt war aber ein Tagesausflug nach Topical Island.
Die Betreuer warben die anderen ausländischen Gastgruppen des ÜAZ zu sportlichen Vergleichen. Alle nutzten die Freizeitmöglichkeiten des Wohnheimes.
Zwei der Jungs aus Koszalin hatten während des Aufenthalts Geburtstag; im Bereich Hauswirtschaft wurden hierfür extra Geburtstagstorten kreiert.
Die Direktorin der Schule, Frau Ewa Kroll, und die Projektkoordinatorin, Frau Anna Luciuk, ließen es sich nicht nehmen und besuchten vom 20.-23.10.10 das ÜAZ und überzeugten sich vom hohen Niveau der Projektrealisierung.
Sie hospitierten in der Ausbildung, begutachteten den Bau der Tonnengewölbe, ließen sich die Übungsaufgaben in der Fliesenwerkstatt erklären und nahmen am Rahmenprogramm der Schüler teil.
Sie bestätigten Jörg Lehmann, Leiter der Ausbildungsstätte, bei der Besprechung zum Abschluss des ersten Aufenthalts ein gutes fachliches Niveau und ein ausgezeichnetes Engagement des ÜAZ.
In Koszalin sind solche beruflichen Trainingsbedingungen nicht vorhanden.
Bei der Ausschussberatung wurden Programmpunkte für die nächsten zwei Gruppen konkretisiert. 20 Jugendliche und 2 Betreuer werden dann vom 27.03.-16.04.2011 im ÜAZ sein.
Allen Teilnehmern – Auszubildenden und den Betreuern Robert Niciejewski und Amadeusz Nadworski – konnte eine erfolgreiche Teilnahme am Projekt attestiert werden; alle konnten ein Zertifikat von Walter Jahn, Leiter Auslandsdienst des BFW, und den beiden Vertreterinnen der Koszaliner Schulleitung entgegennehmen. Die Betreuer hatten sich als ausgezeichnete Pädagogen bewiesen.
Die Jugendlichen bedankten sich stellvertretend sehr herzlich bei Klaus Putzke und Zbigniew Stal. Herr Stal hatte fast 24 Stunden an jedem Tag für die Gäste von der polnischen Ostseeküste Zeit (Dolmetscher, Organisator, Stadtführer, Reisebegleiter). Als sehr ausreichend schätzten sie auch die Verpflegung im ÜAZ ein.
Alle haben fachlich sehr viel Neues gelernt, konnten ihre fachlichen Fertigkeiten vervollkommnen und z.T. ihre Deutschkenntnisse anwenden, so ihre gemeinsame Aussage. Gern würde alle wiederkommen, so die einhellige Meinung.
PS:
Interessant war auch die Erläuterung der praktischen Abschlußprüfung der (Bau)Facharbeiter am Beispiel der für den Ausbau.
Herr Nadworski - selbst Fachlehrer im Baubereich in Koszalin - erklärte die dreistündige Prüfung, die sich jeder Absolvent stellen muss:
Sechs Prüflinge werden gleichzeitig geprüft und „ziehen“ unterschiedliche Aufgabenstellungen (Malerarbeiten, Fliesen, Trockenbau …), die sie nach 20 Minuten Planungsphase, 10 Minuten Einrichten des Arbeitsplatzes u. Arbeitsvorbereitung dann unter Beobachtung der Prüfungskommission realisieren müssen. Zum Ende präsentiert der Prüfling in 10 Minuten seine Aufgabe und das Arbeitsergebnis.
Die Prüfungsteile werden mit Punkte bewertet.










