Reisebericht 2.Workshop in Gomel Oktober 2010
In der Zeit vom 10.10.10 bis 15.10.10 befanden sich zwei Mitarbeiter des Komzet Cottbus, Herr Matthias Kaiser und Frau Karen Schmidt, zum zweiten bilateralen Workshop des geförderten Projektes „Kompetenz für energieeffizientes Bauen (Kom Bau)“ in Gomel (Belarus).
Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Auswertung der bisherigen Ergebnisse des geförderten Projektes. In einer sehr zielführenden und fruchtbaren Diskussion wurde der Arbeits- und Lehrplan für den Wärmeisolierer (2. Stufe) für die erste Zielgruppe, den Bauarbeiter, gemeinsam mit den Kollegen des Lehrzentrums Gomel überarbeitet und die Endfassung abgestimmt.
Dieses entwickelte Modul richtet sich an bereits ausgelernte Bauarbeiter die das Qualifikationsniveau der 2ten Stufe erlangen möchten. Die Lehrgangsdauer beträgt 4 Wochen mit je 40 Stunden und unterteilt sich in die allgemeine Fachtheorie, den Spezialkurs (fachbezogene Inhalte) und ein Betriebspraktikum.
Die allgemeine Fachtheorie wie z.B. die Organisation der Energieeffizienz ,Ökologische Grundlagen, Bauphysik, Arbeitspsychologie, Technisches Zeichnen und Computer Grundkenntnisse umfasst, inklusive Einführung in den Kurs, 50 Unterrichtsstunden. Entsprechend dem Qualifikationstarifbuch in Belarus sind die Anforderungen für diesen Teil des Lehrganges fest vorgeschriebene Größen. Im zweiten Teil, dem Spezialkurs werden in 70 Unterrichtsstunden dem zukünftigen Wärmeisolierer die nötigen fachspezifischen Kenntnisse vermittelt. Ein wirtschaftlich interessanter Passus, ist die Verbindung einer Fachkraft für den Vollwärmeschutz, also der Wärmedämmung von Fassaden und einer Fachkraft für Wärmeisolation von Rohrleitungen in einer Person. An den theoretischen Teil schließt ein Praktikum von 32 Stunden in einem Betrieb der Wärmedämmarbeiten durchführt an. Das Modul wird mit einer Prüfung abgeschlossen und der Teilnehmer erhält die Berufsbezeichnung, Wärmeisolierer in der 2ten Qualifikationsstufe.
Der erste Testlauf mit 15 Teilnehmern begann am 11.10.2010. Der Bitte des Lehrzentrums, mit Vorträgen zu ausgesuchten Themen dieses Modul mit zugestalten, sind Herr Kaiser und Frau Schmidt sehr gern nach gekommen.
Unsere weiteren Arbeitsaufgaben bestanden in der Vorbereitung der Evaluation der ersten Testläufe, der inhaltliche Planung der weiteren Projektaktivitäten und Festlegung der nächsten Ziele entsprechend der vorgegebenen Zeitschiene des Projektes.
Für die Erstellung erster Entwürfe der zweiten Zielgruppe, den Bauleitern, gab es bereits intensive Gespräche und Festlegungen auf die Dauer, die mitzubringenden Voraussetzungen und die fachlichen Inhalte. Bei diesem Klientel der Teilnehmer sollten rechtliche Grundlagen und Aspekte, ebenso wie die Qualitätskontrolle nach DIN ISO im Fokus des Kurses stehen. Das Einbeziehen von Juristen, Fachleuten aus der Wirtschaft und den Bauaufsichtsämtern als Dozenten wurde von uns angeregt, denn es garantiert ein hohes Maß an Aktualität und Qualität des Lehrganges.
Um an und in einem internationalen Projekt arbeiten zu können, ist es wichtig sich mit der Kultur und den Traditionen auseinander zusetzen. Das Kennen Lernen von Land und Leuten ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unerlässlich. Beim Besuch der Universität für Transportwesen, verschaffte uns der Prorektor mit seinen Ausführungen über die universitäre Ausbildung wie Studiendauer, Ablauf des Studiums und Weiterbildungsmöglichkeiten der Ingenieure einen Einblick in die Ausbildung von Ingenieurpersonal in Belarus. Mit unseren Fragen zur Berufsausbildung im Bauwesen waren wir am nächsten Tag in einer Berufsschule für Bauarbeiten in Gomel. Mit den Informationen aus dem Besuch der Universität und der Berufsschule ist es uns möglich die Bildungsverhältnisse auf dem Gebiet des Bauwesens besser verstehen, Zusammenhänge erkennen und Defizite auf decken zu können .
Bei der Besichtigung einer Baustelle des Bauunternehmens Gomelpromstroi in einem schnell wachsenden Wohngebiet, wurde uns schnell klar, hier gibt es momentanen Wohnungsmangel, die neuen Wohnviertel schießen wie Pilze aus dem Boden, wobei die Infrastruktur nur sehr schwerfällig nachziehen kann.
Ein ganz besonderer Punkt sollte hier nicht unerwähnt bleiben. In der Zusammenarbeit mit den belarussischen Kollegen, die sich sehr herzlich und freundschaftlich gestaltet, stellen wir fest, dass der belarussische Projektpartner, ganz speziell die Kolleginnen und Kollegen des Lehrzentrums in Gomel nicht nur von Veränderungen reden. Stets lassen sie ihren Worten Taten folgen.
Zu letzt möchten wir uns nochmals bei unserem Gastgeber dem Lehrzentrum „Gomelutschzentrstroj“ ganz speziell beim Direktor N. Morosjko für die herzliche Aufnahme und fruchtbare Zusammenarbeit bedanken.
Karen Schmidt

Gespräche im Bauunternehmen Gomelpromstroi

Vortrag zum Thema Wärmedämmungen

Vortrag zum Thema Blower Door


Baustelle – Schwimmbadneubau in Gomel, geplante Eröffnung März 2011

Kurklinik der Baufirma Gomelpromstroi an dem Fluss Sotsch