Trainingskurs für Multiplikatoren aus Zentralasien

Vom 13.09.2010 bis 24.09.2010 wurden 13 Fachlehrer und andere Baufachkräfte aus Kirgistan und Tadschikistan in einem Trainingskurs, der unter dem Thema Dämmung von Gebäuden stand, für den Klima- und Ressourcenschutz sensibilisiert.
Die Teilnehmer sollen nach der Rückkehr in ihre Länder als Multiplikatoren wirken und die neuen Technologien auf diesem Gebiet an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben.
Dieser Studienaufenthalt wurde im Rahmen des Projektes „Berufliche Bildung als Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz in Zentralasien und der Mongolei“ von der inWent g GmbH gefördert und in Zusammenarbeit mit IDEA-Consultants und dem Komzet Cottbus  organisiert.

Schwerpunkte waren die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten, die für den fachgerechten, energieeffizienten Neubau und die nachhaltige, fachgerechte und energieeffiziente Sanierung von Wand- und Dachkonstruktionen erforderlich sind.
Dieser zweiwöchige Trainingskurs zum Thema Dämmung gliederte sich in die beiden Themenbereiche Dämmung von Dächern in der ersten Woche und Dämmung von Wänden in der zweiten Woche. Am Anfang beider Themen standen grundlegende bauphysikalische Betrachtungen.
Besonders wichtig für die spätere praktische Umsetzung im eigenen Land waren die praktischen Übungen. Die Teilnehmer realisierten z.B. an Modellen das Herstellen von Anschlüssen von Luftdichtigkeitsschichten oder es wurden Versuche zur Wasseraufnahme und zum Trocknungsverhalten von Baustoffen durchgeführt. Sehr großes Interesse zeigten die Teilnehmenden an den Maßnahmen zur Qualitätssicherung z. B. die Überprüfung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle durch eine Blower – Doormessung in unserem BEM (Bauphysikalisches Experimentier- und Messgebäude).

Am 6. Tag trafen die tadschikischen und kirgisischen Multiplikatoren auf eine mongolische Gruppe die sich ausschließlich aus Teilnehmern zusammensetzte, die aus den Entscheidungsebenen des Landes kamen. In einer großen Gesprächsrunde konnten sich beiden Gruppen über  die bereits gesammelten Erfahrungen austauschen. In den Gesprächen mit den Multiplikatoren sammelten die mongolischen Gäste Anregungen, um dem energieeffizenten Bauen im eigenen Land den Weg ebnen zu können. Mittelpunkt der Gespräche war immer die Frage, welche Grundlagen und Randbedingungen müssen geschaffen werden, um eine gute berufliche Qualifizierung von Arbeitskräften sichern zu können.
Der Tag wurde mit einem gemeinsamen, gemütlichen Abendessen abgerundet.

Bei der Wärmedämmung von Wänden, dem Thema der zweiten Kurswoche, wurden den Teilnehmern Möglichkeiten der Wärmedämmung von Wänden und die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Varianten erläutert. Sehr anschaulich und einprägsam demonstrierte Herr Dipl.-Ing. H. Rieck die Funktionsweise einer Infrarotthermografiekamera und die damit verbundenen Möglichkeiten der energetischen Beurteilung vorhandener Bausubstanzen.
Abschließend konnten die Teilnehmer in den letzten zwei Tagen an einer Musterwand das Herstellen eines Wärmedämmverbundsystemes  selbstständig praktizieren. Alle Arbeitsschritte, vom Vorbehandeln des Untergrundes, dem Kleben der Dämmung, Setzen von Schienen, Armieren bis hin zum Oberputz konnten von allen Teilnehmern geübt werden. Diese Möglichkeit unter Anleitung von Fachmännern sich auszuprobieren und den ein oder anderen Tip mit nach Hause zunehmen, wurde von allen mit großem Engagement genutzt.
Die gemeinsame Lehrgangsauswertung mit den Teilnehmern und die Auswertung der Evaluationsbögen verdeutlichen ganz klar die Dringlichkeit und die Notwendigkeit der Qualifizierung von Fachpersonal zu diesem brisanten Thema. Da die Gruppe sehr homogen zusammengesetzt war, die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft wie Bauausführung, Bauplanung oder Berufsschulen , kann das erworbene Wissen so in die unterschiedlichsten Ebenen getragen werden.

Wir wünschen unseren Kolleginnen und Kollegen viel Glück bei der Umsetzung in ihren Heimatländern.



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