KomBau - Projektauftakt im weißrussischen Gomel
Ein Reisebricht

Eine kleine Delegation des BFW, unter Leitung des Geschäftsführers Herrn Buckram reiste am 14.03.2010 zur Auftaktveranstaltung des Projektes „KomBau“ nach Gomel (Belarus).
Gefördert wird dieses Projekt „Kompetenz für energieeffizientes Bauen (Kom Bau)“ durch die Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gemeinnützige GmbH (IBB).
Mit diesem Projekt sollen deutsche Erfahrungen bei der beruflichen Schulung von Baufachkräften für das energiebewusste und energieeffiziente Bauen über die Befähigung an belarussische Lehrkräfte weitergegeben werden.
Gemeinsam werden Schulungsunterlagen entsprechend den belarussischen Gegebenheiten erarbeitet und getestet.
Unser belarussischer Partner ist das Lehrzentrum für Aus- und Weiterbildung „Gomelutschzentrstroj“. Diese Bildungseinrichtung unter der Leitung des Direktors, Herrn Nikolai Alexejewitsch Morosko, beschäftigt 118 Mitarbeiter in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Baufach- und Sicherheitskräften mit bis zu 128 Ausbildungsprogrammen.

Weißrussland klingt weiter weg als es in Wirklichkeit ist. Nach nicht einmal 2 Stunden Flug von Berlin nach Minsk sind wir im tiefverschneiten Weißrussland angekommen.
Begrüßt wurden wir von Tamara Wizozkaja, der stellvertretenden Leiterin des Lehrzentrums und von Galina Kokotowa, der Dolmetscherin und Mitarbeiterin des Lehrzentrums von Gomel.
Nach der sehr herzlichen Begrüßung des Direktors des Lehrzentrums in Gomel, Herrn Moroskow, wurde am Montag das Programm für die folgenden Tage besprochen und die Eröffnungsveranstaltung vorbereitet. In einem anschließenden ersten Rundgang durch das Zentrum bekamen wir  einen Einblick in die Geschichte des Lehrzentrums, welches im vergangenen Jahr sein 60stes Jubiläum feierte.

In der Auftaktveranstaltung am Dienstag, an der Vertreter des BFW, des Lehrzentrums Gomelutschzentrstroj und Vertreter einer Wohnungsgesellschaft  beteiligt waren, eröffnete Herr Buckram die Konferenz mit der Vorstellung der Ziele des Projektes und dem geplanten Projektablauf.
In den anschließenden Präsentationen von Herrn Kaiser und Frau Schmidt wurden Erfahrungen zum energieeffizienten Bauen und die Umsetzung und Einbeziehung der energetischen Vorschriften und Richtlinien in die berufliche Bildung in Deutschland, ganz speziell die Erfahrungen in unserem Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen verdeutlicht.
Auch in Weißrussland gibt es seit kurzem ähnliche Forderungen bezüglich der Energieeffizienz von Gebäuden wie in Deutschland z.B. die Energieeinsparverordnung von 2009. Der Vertreter einer Wohnungsverwaltung von Gomel, die einen sehr alten Stadtteil mit ca. einer Wohnfläche von 466 000 m² verwaltet, verdeutlichte uns, mit welchen Maßnahmen versucht wird den staatlichen Forderungen in Belarus nach zukommen und welche Energieeinsparungen sich dadurch in den letzten drei Jahren ergaben.
Auch die Lehrbeauftragte für dieses Projektthema, Frau Galina Kusjomkina veranschaulichte uns in ihren Ausführungen wie der Energieverbrauch  durch energiesparende Maßnahmen, wie z.B. energieeffizentere Herstellung von Baustoffen und Baumaterialien oder durch neue Projektlösungen, um 18 % reduziert werden konnte. Bis 2015 wird entsprechend den stattlichen Direktiven geplant,
3 Mio. m² Fassadenfläche mit Wärmedämmverbundsystemen zu versehen.
Im ersten Workshop wurden die Zielgruppen (Bauarbeiter und Bauleitung) und die inhaltliche Gliederung der Weiterbildungsmodule besprochen und die zeitliche und inhaltliche Gliederung des deutschen Moduls – Energieeffizientes Bauen
( Wand/Dach) übergeben. Der belarussischen Seite ist dabei aber auch bewusst, dass das Modul auf belarussische Bedingungen und Richtlinien angepasst werden muss.
Sehr erfreulich für uns waren die positiven Reaktionen von Herrn Moroskow, dem Direktor des Lehrzentrums. Er hatte schon erste Vorstellungen im Kopf über geeignete Lehrräume und wie der praktische Anteil realisiert werden könnte.
Wir sind uns sicher, den Worten werden Taten folgen.
In unser Programm integriert waren Besuche von verschiedenen Herstellerfirmen wie einem Floatglashersteller, bei dem in Kürze eine deutsche Anlage in Betrieb geht, ein Mineralwolle- und Kalksandsteinhersteller und einer Aktiengesellschaft einem Zulieferer für HSL –Produkte.
Alle diese Werke haben eine lange Geschichte und Tradition, jedoch sind sie auf dem Weg in eine modernere Zeit. Mit Hilfe neuer Technologien und Techniken wollen sie effizienter und energiesparender arbeiten um am Markt bestehen zu können.
Zu den Menschen die uns dort begegnet sind, bleibt mir nur eines zu sagen.
An Gastfreundschaft sind die Menschen in Belarus nicht zu übertreffen.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit unseren Partnern im Herbst 2010 um bei der Durchführung der ersten Testläufe dabei zu sein.

Karen Schmidt
März 2010


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