Ausbaufacharbeiter blicken zurück
In der Ausbildungsstätte Friesack ist es zu einer schönen Tradition geworden, mit künftigen Fliesenlegern bzw. Ausbaufacharbeitern der Fachrichtung Fliesen-, Platten- und Mosaiklegearbeiten ein ausbildungsbegleitendes Projekt mit dem Werkstoff Ton durchzuführen.
Die Friesacker Künstlerin Helga Kirfel lud unsere Auszubildenden zum Ende des ersten Ausbildungsjahres dazu in ihr Atelier ein und war maßgeblich am guten Gelingen des Vorhabens beteiligt.
Im Mittelpunkt des Projektes stand die sinnliche Auseinandersetzung mit Ton in Verbindung mit der Herstellung elementarer Formen. Grundwissen aus dem Bereich der Fliesenherstellung wurde praxisnah und anschaulich wiederholt und gefestigt, um die theoretischen Grundlagen zu schaffen. Dann wirkten als formgebendes Modellierwerkzeug vor allem die Hände. So entstanden zu Beginn unter liebevoller und fachlicher Anleitung und Betreuung durch Frau Kirfel einfache Gebrauchs- und Ziergegenstände. In dieser spezifischen Begegnung wurde die Kreativität der Jugendlichen gefordert und es wuchs der Mut, zu experimentieren und zu gestalten.
Eingebettet in diese Formübung war der Grundgedanke, im zweiten Ausbildungsjahr in Form von Keramik eine bleibende Erinnerung in der eigenen Ausbildungshalle zu hinterlassen.
In Anlehnung an die Berufsrichtung bot sich die Herstellung und Gestaltung eines Fliesenreliefs an. Die benötigten Rahmen fertigten Auszubildende aus dem Holzbereich an.
Angefangen von der Motivwahl bis hin zur Anwendung verschiedener Arbeitstechniken und -mittel waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Genaues und gewissenhaftes Arbeiten war Grundvoraussetzung dafür, dass durch den anschließenden Brand im Ofen keine Mängel sichtbar werden würden. Die Zeit verging wie im Flug und nach anfänglicher Skepsis sowohl bei den Auszubildenden als auch beim Betreuungsteam waren wir durchweg positiv vom Ehrgeiz und der Kreativität überrascht. Da die betreuenden Sozialpädagoginnen auch selbst Hand anlegten, wurde das Gemeinschaftsgefühl auf eine sonst kaum erreichbare Stufe angehoben.
Als dann nach der Trocknungsphase und dem anschließenden Brand keine nennenswerten Verluste zu verzeichnen waren, begann der letzte Abschnitt des Projektes - das Anbringen der kleinen „Kunstwerke“ in der Ausbildungshalle.
Dazu wurde natürlich Frau Kirfel eingeladen, die dann auch gleich eine Fliese selbst anbrachte. Jetzt zieren zwölf Relieffliesen die Halle und werden des Öfteren bewundert.
Nach Ansicht der Jugendlichen war es eine sehr schöne Erfahrung, außerhalb der Ausbildungshalle Keramik aus einem anderen Blickwinkel zu erleben.
Unser Dank gilt Frau Kirfel, die uns dieses Projekt mit durchweg positiven Erfahrungen ermöglichte.


Auszubildender Grinnik beim Anbringen der Fliesen

Herr Brack beim Abschluss des Projektes