Fensterbau für das KZ Sachsenhausen
Das Berufsförderungswerk e.V. arbeitet seit Jahren eng mit dem Bildungsverein Bautechnik e.V. zusammen. Aus der Kooperation des Bildungsvereins mit der Gedenkstätte Sachsenhausen entstand das Projekt „Arbeiten und Lernen am historischen Ort“. Dabei wird praktische Bautätigkeit mit politischer Bildung verknüpft.
Für die Umsetzung wurde der Industriehof des ehemaligen KZ ausgewählt. Dieser wurde vor Kriegsbeginn gebaut und entwickelte sich schnell zu einer eigenständigen Produktionsstätte innerhalb des KZ. Auch nach 1945 wurden die Gebäude weiterhin genutzt. Das Gebäude Mittelbau 2 wurde seit der Wende nicht mehr bewirtschaftet und erhält nun eine neue Bestimmung. U. a. entsteht ein Sammlungs- und Archivraum für die ständige Ausstellung im KZ. Der erste Schritt dafür ist, dass die alten Fenster ausgebaut und durch neue ersetzt werden. Die Ausbildungsstätte Friesack des Berufsförderungswerkes e.V. sowie des Kompetenzzentrums Wriezen beteiligten sich an dem Projekt. Auszubildende Holzmechaniker und Tischler aus den genannten Bildungsstätten erbauten die Fenster und setzten bereits die ersten ein. Die neuen Fenster sind Isolierglasfenster IV 68 mit Pfosten und Kämpfer. Die Anfertigung eines solchen Isolierglasfensters kann mit der Herstellung von 6 normalen Fenstern verglichen werden. Durch die Unterstützung des Ausbilders Lutz Frömmrich wurden bereits 10 neue Fenster vollständig in das Mittelgebäude eingearbeitet.
Der geschichtsträchtige Ort eignet sich gut, um das Projekt „Arbeiten und Lernen am historischen Ort“ umsetzen zu können. Erste Ergebnisse wurden am 23.Oktober 2009 bei einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Eingeladen hatte dazu der Bildungsverein Bautechnik e. V. Über 40 Teilnehmer sind an diesem Tag zur Präsentation erschienen, darunter auch Infrastrukturminister Reinhold Dellmann, welcher von den vorgestellten Ergebnissen offensichtlich begeistert war. Bei der anschließenden Besichtigung des Mittelgebäudes konnten sich die Teilnehmer von den neuen Fenstern und den fortschreitenden Arbeiten selbst überzeugen. Dellmann äußerte sich lobend über das Engagement aller Beteiligten.
Im Programm jedoch stand nicht nur die fachliche Ausbildung, sondern auch das geschichtliche Lernen. So entstand das Projekt Glashaus. Hierbei wurde die Verbindung von Kunst und Geschichte ausgedrückt. Der künstlerische Leiter Thorsten Streichardt setzte die Idee, aus alten Fenstern der Gedenkstätte ein Kunstobjekt entstehen zu lassen, mit den Auszubildenden, welche die Fenster erbaut haben, um.

Ausbilder Lutz Frömmrich, mit den Auszubildenden Holzmechanikern
Von links: Christian Grigull, Marco Gottschalk und Christopher Schulz
Gezeigt wird ein neues Isolierglasfenster IV 68 nach dem Einbau