Tag des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes
Gespannte Ruhe lag am 22. Oktober 2008 über der Ausbildungsstätte in Friesack. Wo sonst schon reges Treiben in den Hallen und im Gelände herrscht, waren an diesem Morgen nur wenige Azubis aktiv zu sehen.
Dafür waren die Feuerwehr, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Firma Brandschutztechnik Rojahn stark beschäftigt. Sie bereiteten sich an ihren Ausbildungsstationen auf den heutigen Tag vor.
Ab 08.00 Uhr wurden die Auszubildenden an elf Stationen über Probleme des täglichen Gesundheitsschutzes, des Arbeitsschutzes und des Brandschutzes informiert.
Wichtig für jeden auf dem Bau Tätigen sind die Unterweisungen zum Einrichten einer Baustelle und natürlich auch Maßnahmen zur Absturzsicherung. Unsere eigenen Ausbilder waren hier sehr fachkompetent am Werk, um diese Stationen interessant zu gestalten. Der besondere Clou war, dass Auszubildende des Landesbetriebs Straßenwesen die Unterweisungen zum Sichern einer Baustelle durchführten. Sie zeigten hier großes Können und zogen mit ihren eigenen Erfahrungen die anderen Auszubildenden in ihren Bann.
Interessant wurde es in der Zimmerei. Hier ging es schließlich um die wichtigsten zwei Quadratmeter unseres Körpers. In einem sehr lehrreichen Vortrag mit vielen Beispielen erläuterte Herr Leyk von der Verwaltungsberufsgenossenschaft, warum Hautschutz so wichtig ist.
Bei der Brandschutztechnik Rojahn erlebten die Auszubildenden den Gebrauch von Handfeuerlöschern. Am brennenden Objekt mussten sie den Löschversuch vornehmen. Nun, nicht jeder, der mit dem Mund sehr mutig ist, war es dann auch mit Taten.
Wie man sich in einem brennenden Haus verhält und warum Rauchgase so gefährlich sind, erfuhren Auszubildende und Ausbilder beim Rauchhaus. Was wie eine niedliche Puppenstube aussieht, ist ein Modell um die Verbreitung der Rauchgase zu demonstrieren. Auch wie man sich schnell in Sicherheit bringen kann, wurde hier lautstark gezeigt. Das Geheimnis des Erfolges sind Rauchmelder. Diese unscheinbaren Geräte mit einer Lautstärke von 85 dB (A) wecken auch den letzten Schläfer auf. Viele überlegten, ob es bei ihnen zu Hause auch Rauchmelder gibt. So manch einer beschloss, diese dringend anzuschaffen.
Bei Verkehrsunfällen können Fahrzeuge in Brand geraten. Aber so spektakulär wie in Actionfilmen funktioniert das nicht. Selbst wenn der Tank eines Fahrzeuges durch das Feuer stark erhitzt wird, gibt es lediglich zumeist eine kleine Verpuffung, weil sich nur ein geringer Teil brennbarer Mischung über der Flüssigkeit befindet und der Druck über entsprechende Öffnungen im Tank entweichen kann. Somit können noch im Fahrzeug befindliche Personen durchaus gerettet werden.
Was passiert nun aber, wenn es zum Brand gekommen ist? Wen rufe ich um Hilfe? Und vor allem – wie? Auch hier hatten die Kameraden der Feuerwehr eine Lösung. Mit der mitgebrachten Telefonanlage wurde das richtige Absetzen des Notrufes geübt.
Wenn es um die Betreuung Verletzter geht, muss man schnell und sicher handeln. Der ASB demonstrierte die fachgerechte erste Hilfe und gab Anleitung bei der Rettung und dem Abtransport Verletzter. Wie fasse ich einen schwer verletzten Menschen an und wie kriege ich ihn auf die Trage? Fragen, die im praktischen Teil der ASB – Ausbildung geklärt und geübt wurden.
Als Tarifpartner sind auch die Gewerkschaften gefordert, sich um den Schutz der Arbeitnehmer zu kümmern. In lockerer Diskussion wurde über das rechtssichere Verhalten diskutiert. Was ist denn nun, wenn wirklich etwas passiert ist? Wer muss für den Schaden aufkommen? Bekomme ich Hilfe? Wenn ja, von wem und wie? Fragen, die schnell und sicher beantwortet werden konnten.
Unsere Bauleute arbeiten ja nicht im luftleeren Raum. Vielmehr sind die Baustellen sehr komplex und vielschichtig. Wen wundert´s da, dass so manches Mal Überbleibsel aus dem letzten Weltkrieg gefunden werden? Am Stand des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburg war stets großes Interesse. Die mitgebrachten Exponate sprachen ja auch eine deutliche Sprache.
Ein besonderer Service für die bei uns ausbildenden Firmen ist die Organisation der Vorsorgeuntersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen. Dazu wird das Untersuchungsmobil der Bau - Berufsgenossenschaft geordert und den Mitgliedsunternehmen die kostenlose Vorsorgeuntersuchung ihrer Auszubildenden angeboten. An diesem Tage waren 18 Auszubildende der Berufsgruppen Rohrleitungsbau und Baugeräteführer untersucht worden.
Abgerundet wurde der Tag durch eine abendliche Evakuierungsübung im Internat. Der Ton der Hausalarmanlage ist sehr „nervig“. Und doch hatten ihn nicht alle gehört. Hier besteht sicher noch Handlungsbedarf. Auch die anrückenden Feuerwehren hatten also noch „ihren Spaß“, denn Rauchentwicklung im Elektroraum, in dem auch die Gasversorgung untergebracht ist, gibt Anlass zu Bedenken.
Erste Meinungen über diesen Tag waren durchweg positiv. Durch den Einsatz von Laufzetteln waren die Auszubildenden angehalten, mit ihren Gruppen nach einem vorgegebenen Zeitplan die einzelnen Stationen zu besuchen und sich den Besuch quittieren zu lassen.
Fazit: Solch ein Tag sollte zu einem festen Bestandteil des Ausbildungsjahres werden!
An dieser Stelle sei den Mitgestaltern dieser Veranstaltung gedankt für ihre hohe Fachkompetenz und Einsatzbereitschaft!
Übrigens:
Am darauf folgenden Wochenende kamen in Berlin zwei unserer Auszubildenden an einer Haltestelle der BVB dazu, wie Passanten ratlos um eine hilflose Person herumstanden. Stolz berichtete später einer der Beiden, dass er den Notruf richtig absetzen konnte, nämlich so, wie er es in Friesack gelernt hatte.

Umgang mit Handfeuerlöschern Frau Lindscheid - Vorbild

Auszubildende üben den Umgang mit Handfeuerlöschern

Einrichten einer Baustelle

Informationen zum Schutz der Haut

Informationen zum Rauchhaus

Untersuchungsbus