Ein Unterrichtstag im Tagebau Jänschwalde
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a der
Sandower Oberschule, ihre Lehrerinnen Frau Noack und Frau Thiemig sowie Frau
Kawicki vom Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen besuchten am 21.06.2007
den Tagebau Jänschwalde. Am Bahnhof Teichland erwartete uns Herr Geißler,
der den Besuch für uns organisierte mit einem eher ungewöhnliches
Fahrzeug. Mit solch einem Fahrzeug werden die Mitarbeiter täglich sicher
an ihre Arbeitsplätze in den Tagebau gebracht.
Wir fuhren durch rekultivierte ehemalige Bergbaulandschaft zum Ausgangspunkt
unserer abenteuerlichen und interessanten Reise. Vor Beginn der Weiterfahrt
erhielten wir entsprechend der Arbeitsschutzbestimmungen alle einen Arbeitsschutzhelm.
„Gut behütet“ fuhren wir in den Tagebau. Unterwegs sahen
wir Abraumablagerungen, Pflanzen die sich aus dem kargen Boden ans Licht aufrichteten,
Planierraupen, Fahrzeuge und ein unendlich langes Förderband für
den Transport des Abraums und ein Förderband zum Transport der Braunkohle
zur Verladung.
Im Unterricht bereiteten sich die Schüler und Schülerinnen gründlich
auf die Reise vor. Sie überlegten vor allem, was sie wissen wollen, um
sich auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Sie bereiteten Fragen zu den
Themen der Ausbildung, Qualifizierung, der technischen Anlagen und auch zu
sozialen Belangen eines Unternehmens vor.
Herr Wahn begleitete uns auf unserer abenteuerlichen Reise. Er kennt den Tagebau
„wie seine eigene Hosentasche“. Er konnte uns sehr viel über
den Tagebau, zu den Anlagen, Geräten, Mitarbeitern berichten. Es ist
schon etwas Besonderes, unmittelbar vor einer Förderbrücke zu stehen
oder noch nicht verkohlte Rinde einer Millionen alten Palme zu sehen. Es würde
nochmals eine Millionen Jahre unter bestimmten Bedingungen dauern, dass auch
aus diesem Stück Baumrinde Braunkohle wird.
Wie durch eine Wüste fuhren wir zum ehemaligen Dorf Horno. Dort wurden
schon einige Meter Erdreich abgetragen. Schaufelradbagger und Transportband
standen jedoch heute still. Mechaniker kontrollierten reparierten und hielten
die Anlage und Geräte instand. Diese Arbeiten sind wichtig, damit alles
reibungslos laufen kann.
Der „Wissenshunger“ der Schülerinnen und Schüler wurde
gestillt.
Wie bereits genannt, machte sich die Klasse 8a im Vorfeld des Tagebaubesuchs
Gedanken, wie sie dieses Erlebnis nachhaltig gestalten können.
Die Sandower Oberschule nimmt am Modellprojekt „Lernbegleitung im Bildungsverbund
Berufswahl (LiBB)“ teil. Im Bildungsverbund haben sich fünf Bildungsträger
zusammengeschlossen. Gemeinsam entwickeln und erproben sie 11 modularisierte
Lehrpläne zur Berufswahlorientierung nach den Qualitätskriterien
des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS).
Alle 11 neu entwickelten Lehrpläne werden denen am Projekt beteiligten
Schulen zur Verfügung gestellt, wobei der Modellansatz „geschlechterspezifische
Berufswahlorientierung“ besonders berücksichtigt wird.
Ein Lehrplan ist der zur „Besichtigung von Unternehmen“. Dieser
wurde von Frau Irina Kawicki, vom Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen
erarbeitet und mit den Schülern und Schülerinnen der Klasse 8a erprobt.
Das hat gut geklappt. Jeder aus der Klasse wurde in die Vorbereitung einbezogen.
Eine umfangreiche Auswertung, insbesondere zu den Ausbildungsberufen bei Vattenfall
erfolgt. So können die Schüler und Schülerinnen eigenen Erfahrungen
in ihre persönliche Berufswegplanung einarbeiten.
Das Modellprojekt „Lernbegleitung im Bildungsverbund Berufswahl (LiBB)
wird vom Land Brandenburg sowie aus den Europäischen Sozialfonds finanziert.
Die Agentur für Arbeit Cottbus unterstützt darüber hinaus dieses
Projekt. Sie finanziert Maßnahmen, die im Zusammenhang mit § 33
SGB III außerhalb des regulären Unterrichts an den Schulen stattfindet.
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