Energieeinsparendes Bauen erhält immer höheren Stellenwert für Bauherren und Vermieter

Am 21.September fand im ÜAZ Bauwirtschaft Frankfurt(Oder)-Wriezen eine Fachtagung Energieeinsparendes Bauen statt.
Fast 50 Teilnehmer aus öffentlichen Verwaltungen, Hochschulen, Berufsschulen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Baubetrieben und Planungsbüros sowie Unternehmen der Wohnungswirtschaft waren der Einladung der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, des Oberstufenzentrums Bautechnik II in Berlin und des Berufsförderungswerkes e.V. des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg e.V. gefolgt und diskutierten gemeinsam über den Stellenwert dieses brisanten Themas und die sich abzeichnenden Herausforderungen an die Unternehmen und Berufsbildungsverantwortlichen.
Der Energiepass kommt: Der Check der Gebäude wird Schwächen in der Energiebilanz offen legen - Zeit für Sanierungsmaßnahmen. Mit steigenden Energiekosten und der Umsetzung der EU - Gebäuderichtlinie erhält das energiesparende Bauen für die Bauherren und Vermieter einen neuen Stellenwert.

- Die Energiebilanz eines Gebäudes hat für Vermieter und Nutzer
  einen markanten betriebswirtschaftlichen Wert.
- Sanierungsmaßnahmen beim Bauen im Bestand und
  energieeinsparendes Bauen im Neubau können nur von gut
  qualifizierten Fachkräften realisiert werden.

Diese beiden Thesen aus der Einladung wurden sowohl durch die beiden Impulsvortäge

Energiesparendes Bauen und neue Qualifikationsanforderungen in der Bauwirtschaft
Prof. Dr. Gerhard Syben, Hochschule Bremen, BAQ Forschungsinstitut

EU-gefördertes Pilotprojekt zur Erarbeitung und Erprobung von Modulen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung von Baufachkräften
Dr.Hans-Jürgen Lindemann, OSZ Bautechnik II Berlin,
Projekt „Umbau und Ko“ sowie in den 3 Workshops eindrucksvoll untermauert.

Prof. Syben stellte in seinem Vortrag Forschungsergebnisse zur Untersuchung des notwendigen Qualifizierungsbedarfes für Baufacharbeiter und das mittlere Baumanagement mit dem Fazit vor, dass vor allem die sogenannten Sekundärkompetenzen, wie z.B. Ausführungssorgfalt bei Anschlüssen, Passgenauigkeit und Einhalten von Maßtoleranzen, Achten auf Luftdichtheit, Vermeiden von Baufehlern, Identifizieren von Ausführungsmängeln oder Materialkenntnisse zum Erkennen ihrer Verwendungsmöglichkeiten und Einsatz-grenzen, umfangreichen Qualifizierungsbedarf signalisieren.

Dr. Lindemann berichtete über die Ergebnisse und den Arbeitsstand des mit EU-Fördermitteln aus dem Programm Leonardo da Vinci geförderten Pilotprojektes „Umbau und Ko“.
Die deutschen Partner haben gemeinsam mit den Partnern aus Belgien, Polen und Dänemark im Rahmen der Durchführung des Projektes relevante Module in der beruflichen Aus- und Weiterbildung entwickelt und erarbeitet. Jetzt geht es um den europäischen Abgleich, denn die Qualifizierungsmodule sollen gegenseitig anerkannt werden und in den beteiligten Ländern die Qualifizierungsgrundlage für das energie-einsparende Bauen bilden.

In den 3 zeitgleichen Workshops setzten sich deren Teilnehmer mit folgenden Fragestellungen auseinander:

AG 1 Wie werden Bauherren, Vermieter und Mieter für energiesparendes Bauen sensibilisiert?
Moderation: Dr. Hans-Jürgen Lindemann OSZ Bautechnik II, Berlin

AG 2: Welchen Qualifikationsbedarf sehen Betriebsinhaber, Geschäftsführer und Meister für die Baufachkräfte? Wie sollte ein Bildungsangebot für die Region Berlin-Brandenburg aussehen?
Moderation: Grazyna Wittgen, BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH

AG 3: Welche Möglichkeiten und Ergebnisse zeigt das EU-geförderte Projekt zur Entwicklung und Zertifizierung von zusätzlichen Modulen in der Aus- und Weiterbildung in Bauberufen?
Moderation: Ralph Atrott, Berufsförderungswerk e.V.

Die Auswertung der Workshops führte zu eindeutigen Kernaussagen:
Das Bewußtsein über die Notwendigkeit des energieeinsparenden Bauens tritt nicht zuletzt wegen einer stabilen Energiepreisentwicklung nach oben immer mehr in den Focus aller Veranrwortlichen vom Planer über das Bauunternehmen bis zum Bauherren oder Vermieter.
Die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Bauausführung fordert alle Berufsbildner zum raschen Handeln in der Unterstützung der Betriebe heraus. Große Bedeutung gewinnt dabei die Realisierung von Wissensvorsprung als Grundlage für die Vermittlung von Sekundärkompetenzen.
Prof.Dr. Kuhlmeyer von der TU Hamburg zeigte sich in seinem Resümee über den Workshop 3 begeistert von der Repräsentation des deutschen Projektbeitrages der modularen Aus- und Weiterbildung aus dem Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen Cottbus. Die Wichtigkeit der Fachtagung und die weitere Vertiefung des Themas aus den verschiedensten Blickwinkeln betonten auch Frau Bliedtner vom Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks Berlin-Brandenburg, Frau Krenkel von der TU Berlin und Herr Thaetner von der Senatsverwaltung Berlin.

Von der Tagungsleitung herzlich begrüßt wurden auch Herr Maciej Proszynski , Direktor des Zentralverbandes des Handwerks aus Warschau und Herr Tomasz Wika, Geschäftsführer der Handwerkskammer in Poznan, die der Veranstaltung aufmerksam folgten.


Rundgang durch die Ausbildungsahllen des ÜAZ




Eröffnung der Fachtagung


Dr. Hans-Jürgen Lindemann


Prof. Dr. Gerhard Syben


Workshop I


Workshop II


Workshop III


Herr Proszynski, Frau Wittgen, Herr Jahn und Herr Tomasz Wika

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Weitere Informationen zum Projekt
UMBAU & KO- Umweltgerechtes Bauen mit Kompetenz

Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen Cottbus - Projekte